Der Auftrag war, meine Abschlussarbeit zur Fortbildung Sexualtherapie am Berliner Institut für Beziehungsdynamik zu schreiben. Inzwischen ist ein Buch daraus geworden:

 
 
 

 

 

Der Seminarleiter, Paar- und Sexualtherapeut und Autor Saleem Matthias Riek 

schreibt über dieses Buch:
 

"Unsere Vorstellungen von weiblicher und männlicher Sexualität stecken voller Mythen, die sich nicht zuletzt hinter wissenschaftlich anmutenden Erregungskurven verbergen. Bei näherer Betrachtung ist kaum etwas davon haltbar, hält sich aber dennoch mehr als hartnäckig in unseren Köpfen und kontaminiert sogar weitgehend die Sexualwissenschaften.
Die spannende Frage lautet: Was steht dem eigentlich entgegen, die sexuellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten von Frauen und Männern wirklich unvoreingenommen zu betrachten?
Wer an dieser Frage und an der vollen Entfaltung seines oder ihres sexuellen Potenzials ernsthaft interessiert ist, lese dieses Buch, das mit so einigen Vorurteilen aufräumt und horizonterweiternde Perspektiven anbietet.

Doch ein Ergebnis sei bereits verraten: An einer mitfühlenden Begegnung mit unserer Scham führt kaum ein Weg vorbei."

 

Die vorliegende Arbeit fragt danach, ob das tradierte Bild unterschiedlicher Erregbarkeit überhaupt haltbar ist und wie die Menschen das im eigenen Erleben tatsächlich wahrnehmen. In einer geschichtlichen Spurensuche gehe ich den Ursprüngen sexueller Scham und Misstrauens nach und suche Antworten auf die Frage, was geschlechterrollenbasiertes Denken bis heute mit uns macht. 

Was könnte sich entwickeln, wenn wir weniger an geschlechterrollenbasiertem Denken festhalten?

Über Interesse an diesem Buch und einen lebendigen, gerne auch kontroversen Austausch würde ich mich freuen.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Eilert Bartels

 

 

Rezensionen: 

"Vielen Dank für deinen Mut, Paradigmen zu hinterfragen. Ich spüre beim Lesen, wie weitere Schichten meiner Konditionierungen abperlen, wie mein Körper angebliche Unterschiede ausatmet und mein Denken und Spüren offener wird. dass ein Buch das schafft, ist so viel wert.  
Interessant fand ich auch, dass mein Partner geradezu enthusiastisch auf deine Thesen reagiert hat. von ihm kenne ich die Sehnsucht nach einem lebendigen statt konzeptuellen Blick auf männliche Sexualität schon lange, und du scheinst mit deiner Arbeit einen Nerv zu treffen, den er sehr vermisst bzw. gesucht hat"

Ilan Stephani, Körper- und Traumatherapeutin http://www.kalis-kuss.de

------

"Das Buch gefällt mir sehr gut! Trotz einiger statistischer Auswertungen und den dazugehörigen Auslegungen/Erläuterungen ist das Buch nie langweilig, im Gegenteil! Die Ergebnisse der Befragungen, die historischen Rollenerläuterungen und die entsprechenden Fragestellungen des Autors sind informativ, kurzweilig und laden mich unausweichlich zum Hinterfragen meiner Bilder und Haltungen ein. Sehr lesenswert!" auf amazon Von uhi am 17. Mai 2016

------

 

"Das Bild von der unterschiedlichen Erregbarkeit von Frauen und Männern ist ein Mythos, der immer noch,

selbst unter Sexualtherapeuten, weite Verbreitung findet. Eilert Bartels deckt in seiner Abschlussarbeit diesen Mythos auf sehr angenehm zu lesende Art und Weise auf und geht seinen Ursprüngen auf den Grund.

Eine sehr persönliche und sehr angenehm zu lesende Abhandlung über ein Thema, das aus meiner Sicht bisher viel zu wenig Beachtung gefunden hat und das sicherlich ein ganzes Stück dazu beitragen kann, dass Frauen und Männer (Mädchen und Jungen) zu mehr sexueller Selbstbestimmung/sexuellem Selbstbewusstsein finden." auf amazon K. Fenske am 26. Mai 2016

------

 

"was zu tage tritt im buch veränderung im denken und teilweise zu viel stoff, um es auf einmal verarbeiten zu können.
es liest sich ausgesprochen bewusstseinsverändernd und nachhaltig positiv!
denn wie wirklich die libido auf den menschen einspielt ist bemerkenswert aber das zu durchschauen wirft das bisherige weltbild komplett über den haufen.
ich bin begeistert und lese stück für stück und gehe mit dem buch auf eine reise.
noch keinen vergleich gefunden und deshalb 5 punkte."
 auf amazon von staubsaugerbeutel am 4. Juli 2016

------

 

"Schon beim Lesen des Titels "Männliche und weibliche Erregungskurven" geht einem durch den Kopf: "Ach, bloss nicht schon wieder Mann-Frau-Klischees. Der Klappentext von S. M. Rieck jedoch macht neugierig: der Autor will dieses Klischee infrage stellen und verspricht neue Einsichten.

Ich habe das Buch mit grossem Interesse gelesen und muss sagen, dass es anders als die ueblichen Ratgeber und Anleitungsbuecher zum Thema Mann-Frau und Sex nicht durch einfache Loesungen und Erklaerungen auffaellt, sondern durch wirkliche kritische Analyse und Fragestellung.

Allerdings sind auf den knapp 150 Seiten so komplexe Fragestellungen wie Rollenmodelle in verschiedenen Zeiten, Gesellschaftsformen und Religionen und deren Entstehung, nicht zu beantworten. Ich habe den Eindruck, ausfuehrlich "von der Steinzeit und zurueck" wuerde den Rahmen des Buches sprengen.

Es zeigt sich jedoch die umfassende Beschaeftigung E. Bartels' mit dem Thema und den Hintergruenden.

In den ersten Kapiteln stellt der Autor seine These vor und analysiert die selbst durchgefuehrten Studien. Die Frage, die sich jedoch beim Lesen stellt, ist die der "Wissenschaftlichkeit" (aber den Anspruch hat der Autor nicht) , denn z. Bsp. Zeitangaben zum Erreichen des Orgasmus sind doch etwas sehr allgemein. Was gilt als "erste Erregung"? Welche Männer und Frauen wurden befragt - Alter, Bildung, Partnerschaft...?

Aber es geht weniger darum, medizinische oder theoretische Fakten zu beweisen, als darum,die Theorie der unterschiedlichen Erregungskurven, die gesellschaftlich akzeptiert ist und Folgen hat infrage zu stellen. Das ist dem Autor gelungen.

In den weiteren Kapiteln beleuchtet der Autor die Hintergründe, geht auf die Folgen ein und bietet Lösungsansätze.

Worte wie "Scham" und "Misstrauen" erhalten nach dem Lesen des Buches eine neue Bedeutung in Bezug auf das Thema Sexualität und Rollenverhalten. Der Autor kann glaubhaft herleiten, dass die unterschiedlichen Erregungskurven ein -patriarchalisch- gesellschaftliches Konstrukt sind. Sie hindern damals wie heute Maenner wie Frauen am freien Entdecken ihrer Sexualitaet und am Entfalten ihrer Lebensfreude.

Interessant und manchmal provokant sind die Gedanken des Verfassers im Bezug auf die Entstehung des christlichen Geschlechterbildes. Hier lohnt sich ein Weiterdenken auf jeden Fall.

Die Analyse des Autors zu maennlicher und weiblicher Sexuialität sind sehr treffend und benennt das gesellschaftliche Dilemma, das sich daraus im weitesten Sinne ergibt sehr treffend: Rollenmodelle und vorgegebenes, bewertetes Geschlechterverhalten hemmen die persoehnliche Entfaltung des Einzelnen, egal ob Mann, Frau oder Kind.

Auch der Abriss der Geschichte der Sexualitat ist sehr interessant, wenn auch nicht vollstaendig. Das ist aber kein Nachteil, da der Autor immer wieder auf seine Grundthese zurückkommt und der Leser so am Thema bleibt.

Insgesamt verlangt das Buch schon eine gewisse Konzentration beim Lesen, dafuer bekommt der Leser aber auch keine oberflaechlichen Allgemeinplaetze, sondern präzise formulierte Gedankengänge . Ich muss sagen, ich habe selten so treffende Phrasen gelesen wie in einigen Kapiteln des Buches von E. Bartels.

Wer sich wirklich mit dem Thema der Rollenbilder und Geschlechterverhalten auseinandersetzen möchte, bekommt hier wertvolle Dankanstösse, in direkter klarer Sprache.

Interessant sind die Zitate, die er Autor einsetzt, um die Themen zu untermauern. Männer und Frauen kommen zu Wort über ihr Sexleben und ihre Ansichten und machen das Lesen des Textes unterhaltsam. Das ist bei der Schwere es Themas auch gut so. Wir blicken auf eine Geschichte und Gegenwart, der Unterdrückung und Tabuisierung der natürlichen Sexualität und des Geschlechtsbewusstseins, was denke ich den Leser nicht gefühllos lässt, da jeder selbst ein Teil dieser Geschichte ist.

Eine weitere Stärke des Buches ist für mich, dass sich der Autor sehr persönlich einbringt, Das autobiografische Kapitel "Was mich auf das Thema brachte" macht das Buch tiefergehend verständlich und benennt Fragen und Entwicklungen, die sicher für viele Menschen der letzten zwei Generationen zutreffend sind. Kompliment, sehr lesenswert."

auf amazon von  Elli12 am 6. Juli 2016

 

------

"Männliche und weibliche Erregungskurven - Autor, Eilert Bartels.

Ein rund um spannendes Buch - u.a. die geschichtliche Betrachtung von Scham und Misstrauen, beginnend in der Steinzeit und hineinreichend in unsere Zeit. Als sehr sympathisch empfinde ich die persönliche und somit authentische Herangehensweise des Autors an das Thema. Das zieht sich wie ein roter Faden durch sein Werk und offenbart auch seine eigenen Entwicklungsschritte - in denen ich mich teilweise wiedererkannt habe. Durch aufwendige Recherchen, Interviews und Umfragen entstand ein fundiertes Werk, das sich ausgesprochen "geerdet" anfühlt." 

von Walter Friedl-Grünecker, Seminarleiter, Ritual u. Symbolarbeit, Schamanismus, Systhemische Paar- u. Familientherapie, 

 

----

 

Eilert Bartels
Männliche und weibliche Erregungskurven
Plädoyer für eine sexuelle Selbstbestimmung
Jenseits von Scham und Rollenklischee

Hinter diesem Titel verbirgt sich ein gut recherchierter Stoff zum Thema „Männliche und weibliche Sexualität“ .
Beim Lesen des Buches habe ich mich oft selbst hinterfragt und einige wichtige Punkte zu meinem eigenen Sexualleben beantworten können bzw. konnte ich auch der „Einstellung“ des Mannes folgen und habe auch damit wichtige Erkenntnisse gewinnen können.
Ich wünsche mir sehr, dass tradierte Rollen aufgebrochen werden und Mann und Frau gleichberechtigt ihre Sexualität ausleben können.
Alles, was Spaß bereitet, ist erlaubt. Am wichtigsten in jeder Beziehung ist jedoch dass man miteinander kommuniziert, vor allem über dieses wichtige Thema der Sexualität.
Wichtig für mich ist auch, dass Eilert Bartels auch das Verhalten der Gesellschaft hinterfragt und viel Stoff aus eigenem Erleben einbringt.
Den Hinweis zum Schluss des Buches auf eine Paartherapie und den Anschluss an eine Männergruppe, falls das gewünscht ist, finde ich ebenfalls positiv.
Ich habe viel Zeit benötigt, um dieses sehr interessante Buch zu lesen, nehme jedoch eine Menge an neuem Wissen mit und bedanke mich herzlich für das entgegengebrachte Vertrauen von Eilert Bartels, dieses Buch lesen zu dürfen.

auf amazon von Ellen Lischewski am 4. Dezember 2016

 

----

 

Männliche und weibliche Erregungskurven. Eilert Bartels

Die Sexualaufklärung in den 50er und 60er Jahren ist ja wirklich der Knaller. Der Mann hat einen Sexualtrieb und die hübsche Hausfrau hat ihm zu gefallen und zu befriedigen.

Da sind wir heute einen großen Schritt weiter. Eilert Bartels beschreibt in seinem Buch den Weg, den wir seit der Steinzeit gegangen sind, mit vielen Anekdoten und Geschichten verbildlicht.

Seine ausführliche Analyse der viel zitierten Studie von Masters und Johnson aus den 60er/70er Jahren macht deutlich, dass männliche und weibliche Sexualität gar nicht so unterschiedlich ist, wie immer dargestellt wurde, er hat eine eigene Studie dazu verfasst, aus der er zitiert.

Explizite Aussagen zur Sexualität von allen Geschlechtern, eigens erstellte Erregungskurven aufgrund seiner Untersuchung und ausgiebige Literaturrecherche zeigen die Vielfalt der menschlichen, sexuellen Bedürfnisse. Bartels beschreibt Gelingensbedingungen für guten Sex und lange Orgasmen (Vertrauen, Verbundenheit, Geborgenheit etc). Er geht konkreter auf den wichtigen Bereich: Scham und Misstrauen ein, den er intensiv erforscht und kommt zu dem Schluss, dass es an der Zeit ist, eine andere Perspektive auf männliche und weibliche Sexualität einzunehmen. Das finde ich auch und kann allen Interessierten das Buch wärmstens empfehlen. Es gibt viel zu lernen. Über uns.

Anna Holfeld, Paartherapeutin, Berlin

 

----

 

Überraschend, faszinierend und revolutionär - unabdingbar für ein modernes Verständnis menschlicher Sexualität!

 

Dieses Buch begeistert mich in vielerlei Hinsicht! Es liest sich spannend, bringt aktuellste Erkenntnisse der Sexualtherapie in leicht verständlicher Form an den Mensch und überrascht mit nachvollziehbaren Thesen, die mein bisheriges Weltbild gleichzeitig erschüttern und erweitern!

Bereits in seinem Vorwort fasst Eilert Bartels eine Kern-Erkenntnis seiner Arbeit in folgendem Satz zusammen: „Wer Menschen erklärt, wie sie funktionieren, sorgt möglicherweise dafür, dass sie so funktionieren, wie man es ihnen erklärt hat.“ Dieser Satz lädt geradezu provokativ ein, alles zu vergessen und zu ignorieren, was man jemals an Erkenntnis gesammelt hat – hier insbesondere zum Thema „Männliche und Weibliche Erregungskurven“. Tatsache ist eben, dass Menschen auf verschiedene Weise „funktionieren“, auch wenn man glaubt, Gemeinsamkeiten gefunden zu haben. Je genauer man hinschaut, desto mehr Unterschiede lassen sich feststellen und das ist gut so.

Gleich im ersten Kapitel räumt der Autor mit dem Mythos auf, dass Frauen eine langsamere und flachere Erregungskurve haben als Männer, denen eine schnelle und steile Erregungskurve nachgesagt wird. Dieser Mythos hält sich seit den Studien Masters und Johnson in den 50er und 60er Jahren und wird selbst heute noch von vielen Sexualtherapeuten gebetsmühlenartig wiederholt.

Zwar hat der Autor in seiner Umfrage „nur“ 400 Teilnehmerstimmen zum Thema einsammeln können, doch zeigt sich unter diesen ein völlig anderes Bild sexuellen Erlebens, als es die tradierten Erklärungsmodelle liefern: der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist viel geringer, als erwartet. Weitere statistische Auswertungen bestätigen das Bild der Ähnlichkeiten zwischen Männern und Frauen. Herr Bartels findet diese Auswertung dann auch weitestgehend in aktuellen wissenschaftlichen Studien belegt.

Damit wäre zumindest auf der physischen Ebene die Notwendigkeit „der Mann habe auf die Frau zu warten“ widerlegt. Vielmehr gibt es eine Reihe emotionaler Faktoren, die die Erregbarkeit beiderlei Geschlechts signifikant beeinflussen. Mit mehreren Zitaten aus seiner Umfrage untermauert der Autor seine These, dass Vertrauen, Lust und Geilheit die Erregung beschleunigen, während Angst, Unlust und Misstrauen diese verzögern, wenn nicht ganz verhindern.

Im Folgenden untersucht Herr Bartels, wie sich der Mythos der unterschiedlichen Erregbarkeit bis heute so hartnäckig halten konnte und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass der gesellschaftliche und moralische Umgang mit Sexualität, besonders Scham und Misstrauen symptomatisch sind. In einem äußert interessanten und lesenswerten Ausflug in die Steinzeit und zurück findet der Autor die Scham auslösenden Schuldgefühle in der Erkenntnis des Zusammenhangs zwischen Kopulation und Zeugung. Sexualität dient (auch) der Arterhaltung und mit der Instrumentalisierung dieser Erkenntnis schwindet die pure Lust an der Sexualität – ja die Lust wird sogar von religiösen Organisationen verdammt. Instrumentalisierte Sexualität ist be-schämend.

Eilert Bartels findet in seinem Werk auch einen hoch interessanten Ansatz zur Entstehung dieser Erkenntnis und der damit verbundenen Scham. Anders als die gängigen Erklärungen zur Entstehung von Patriarchat und völlig plausibel. Anhand weiterer Fallbeispiele und Zitate aus seinen Umfragen beleuchtet er anschaulich die Folgen, welche das Bild geschlechtsabhängig unterschiedlicher Erregbarkeit in uns wie einen Glaubenssatz verankert hat.

Ein umfassendes Kapitel über verschiedene Lösungsansätze zum Umgang mit Scham und Misstrauen, geschlechterrollenbasiertem Denken und Verhalten und den damit verbundenen Schattenseiten schließt mit einer Einordnung der Erkenntnisse in die sexualtherapeutische Praxis. Sein Fazit: Auch oder gerade weil Menschen die einzigen Säugetiere sind, die freiwillig Sex miteinander haben können, ohne dabei Lust zu empfinden, ist ein liebevoll zugewandter Blick auf unsere Gefühle unabdingbar, um Eigenständigkeit, Eigenverantwortung und sexuelle Selbstbestimmung zu entwickeln!

Von Klaus Peill am 6. Februar 2017

 

 
Dieses Buch begeistert mich in vielerlei Hinsicht! Es liest sich spannend, bringt aktuellste Erkenntnisse der Sexualtherapie in leicht verständlicher Form an den Mensch und überrascht mit nachvollziehbaren Thesen, die mein bisheriges Weltbild gleichzeitig erschüttern und erweitern!

Bereits in seinem Vorwort fasst Eilert Bartels eine Kern-Erkenntnis seiner Arbeit in folgendem Satz zusammen: „Wer Menschen erklärt, wie sie funktionieren, sorgt möglicherweise dafür, dass sie so funktionieren, wie man es ihnen erklärt hat.“ Dieser Satz lädt geradezu provokativ ein, alles zu vergessen und zu ignorieren, was man jemals an Erkenntnis gesammelt hat – hier insbesondere zum Thema „Männliche und Weibliche Erregungskurven“. Tatsache ist eben, dass Menschen auf verschiedene Weise „funktionieren“, auch wenn man glaubt, Gemeinsamkeiten gefunden zu haben. Je genauer man hinschaut, desto mehr Unterschiede lassen sich feststellen und das ist gut so.

Gleich im ersten Kapitel räumt der Autor mit dem Mythos auf, dass Frauen eine langsamere und flachere Erregungskurve haben als Männer, denen eine schnelle und steile Erregungskurve nachgesagt wird. Dieser Mythos hält sich seit den Studien Masters und Johnson in den 50er und 60er Jahren und wird selbst heute noch von vielen Sexualtherapeuten gebetsmühlenartig wiederholt.

Zwar hat der Autor in seiner Umfrage „nur“ 400 Teilnehmerstimmen zum Thema einsammeln können, doch zeigt sich unter diesen ein völlig anderes Bild sexuellen Erlebens, als es die tradierten Erklärungsmodelle liefern: der Unterschied zwischen Männern und Frauen ist viel geringer, als erwartet. Weitere statistische Auswertungen bestätigen das Bild der Ähnlichkeiten zwischen Männern und Frauen. Herr Bartels findet diese Auswertung dann auch weitestgehend in aktuellen wissenschaftlichen Studien belegt.

Damit wäre zumindest auf der physischen Ebene die Notwendigkeit „der Mann habe auf die Frau zu warten“ widerlegt. Vielmehr gibt es eine Reihe emotionaler Faktoren, die die Erregbarkeit beiderlei Geschlechts signifikant beeinflussen. Mit mehreren Zitaten aus seiner Umfrage untermauert der Autor seine These, dass Vertrauen, Lust und Geilheit die Erregung beschleunigen, während Angst, Unlust und Misstrauen diese verzögern, wenn nicht ganz verhindern.

Im Folgenden untersucht Herr Bartels, wie sich der Mythos der unterschiedlichen Erregbarkeit bis heute so hartnäckig halten konnte und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass der gesellschaftliche und moralische Umgang mit Sexualität, besonders Scham und Misstrauen symptomatisch sind. In einem äußert interessanten und lesenswerten Ausflug in die Steinzeit und zurück findet der Autor die Scham auslösenden Schuldgefühle in der Erkenntnis des Zusammenhangs zwischen Kopulation und Zeugung. Sexualität dient (auch) der Arterhaltung und mit der Instrumentalisierung dieser Erkenntnis schwindet die pure Lust an der Sexualität – ja die Lust wird sogar von religiösen Organisationen verdammt. Instrumentalisierte Sexualität ist be-schämend.

Eilert Bartels findet in seinem Werk auch einen hoch interessanten Ansatz zur Entstehung dieser Erkenntnis und der damit verbundenen Scham. Anders als die gängigen Erklärungen zur Entstehung von Patriarchat und völlig plausibel. Anhand weiterer Fallbeispiele und Zitate aus seinen Umfragen beleuchtet er anschaulich die Folgen, welche das Bild geschlechtsabhängig unterschiedlicher Erregbarkeit in uns wie einen Glaubenssatz verankert hat.

Ein umfassendes Kapitel über verschiedene Lösungsansätze zum Umgang mit Scham und Misstrauen, geschlechterrollenbasiertem Denken und Verhalten und den damit verbundenen Schattenseiten schließt mit einer Einordnung der Erkenntnisse in die sexualtherapeutische Praxis. Sein Fazit: Auch oder gerade weil Menschen die einzigen Säugetiere sind, die freiwillig Sex miteinander haben können, ohne dabei Lust zu empfinden, ist ein liebevoll zugewandter Blick auf unsere Gefühle unabdingbar, um Eigenständigkeit, Eigenverantwortung und sexuelle Selbstbestimmung zu entwickeln!

Hier finden Sie uns

Beziehungsperspektive
Karlstr. 3
12307 Berlin Lichtenrade

 

Kontakt

Rufen Sie einfach an 030/ 75 70 84 34 oder nutzen sie unser Kontaktformular.

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
fast all Fotos und sämtliche Text-Inhalte © Beziehungsperspektive.de Eilert und Judika Bartels